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Unsere Gegner

Unsere Gegner (1): FC Ingolstadt 04

Neue Liga, neue Gegner! In knapp vier Wochen geht das Abenteuer für uns los. Allein aus Eigennutz werde ich in den kommenden Wochen jedes der 19 Teams, auf die wir treffen werden, mal genauer unter die Lupe nehmen und ein paar Zeilen dazu schreiben. Bis zum Saisonstart werde ich sicherlich nicht mit allen durch sein, aber um zumindest schon auf die ersten Gegner vorbereitet zu sein, gehe ich die Liga anhand unseres Spielplans durch.

Und der sieht für das Wochenende ab dem 22. Juli einen letztjährigen Zweitligisten vor: den FC , auf den sich die ganze Liga schon wahnsinnig freut (nicht).[1]Bei der Umfrage von Liga3-Online landet der FCI abgeschlagen auf dem letzten Platz, mit gerade einmal zwei Prozent.

Schon direkt vorweg, als Disclaimer sozusagen: Sicherlich werden nicht alle Gegnerporträts so lang. Und der Text ist am Ende doch etwas bissiger geworden als ursprünglich beabsichtigt. Ich mag Ingolstadt halt einfach nicht.[2]Und genau um so was kundzutun, schreibe ich ja diesen Blog

Steckbrief

  • Vollständiger Vereinsname: Fußballclub Ingolstadt 04
  • Vereinsgründung: 2004
  • Stadion: Audi-Sportpark (15.200 Plätze)[3]Ein klassischer Fußballbau der Moderne. Hat für das erste Auswärtsspiel der Saison aber sicherlich was!
  • Entfernung: 162 km (ca. 1h 20min)
  • Unser Gegner am: 1. Spieltag
  • Trainer: Rüdiger Rehm
  • In der 3. Liga seit: 2022 (Abstieg aus der 2. Bundesliga)
  • Letzte Saison: 2. Bundesliga / 18. Platz
  • Höchste Liga: Bundesliga (zuletzt 2017)

Was es zum Verein zu wissen gibt

Anders als es der Vereinsname (FC Ingolstadt 04) suggeriert, wurde der Klub nicht etwa im selben Jahr wie der FC Schalke 04 gegründet, sondern ganze 100 Jahre später. Die “Schanzer“ sind das Produkt der Fusion von ESV und MTV Ingolstadt, die beide jeweils für zwei Jahre in der 2. Bundesliga Süd spielten (eines davon sogar gleichzeitig, nämlich 1979/80) und sich später zum FCI zusammenschlossen.

Da der MTV Ingolstadt im Jahr der Fusion in die Bayernliga aufstieg, ging der neue Verein direkt in der vierten Liga an den Start. Die vierte Liga ist gleichzeitig die niedrigste Spielklasse, in der die Ingolstädter je spielten – und das auch nur für zwei Jahre. In der ersten Saison scheiterte man im Rennen um die Bayernliga-Meisterschaft an der Grand Dame des oberfränkischen Fußballs, der großartigen SpVgg Bayreuth. 2006 ging es dann aber in die damals noch drittklassige Regionalliga[4]Übrigens mit Martin Driller, der in der Winterpause von der Altstadt dorthin wechselte, aus der man schon zwei Jahre später in die 2. Bundesliga aufstieg.

Seitdem ist der FCI fester Bestandteil des deutschen Profifußballs, spielte neun Jahre lang 2. Bundesliga, sogar zwei Jahre im Oberhaus und für drei Saisons in der 3. Liga – so wie jetzt wieder. Audi – nichts ist unmöglich![5]Audi hält Anteile an der Spielbetriebs-GmbH, ist Eigentümer des Stadions und sponsert den Nachwuchs. Auf der Brust ist die Automobil-Marke allerdings seit 2015 nicht mehr zu sehen, nur noch auf dem … Weiterlesen

Das macht den Verein besonders

Rein definitorisch handelt es sich beim FCI wohl nicht um einen Werksklub wie Bayer Leverkusen oder den VfL Wolfsburg, das änder aber natürlich nichts daran, dass dem Verein alles abgeht, was man landläufig als “kultig“ bezeichnen würde.

Das liegt sicherlich auch daran, dass der Verein in seiner überschaubaren Geschichte[6]Ich werde es natürlich bei den anderen Gegnern nicht schaffen, die gesamte Vereinshistorie zu beleuchten – nur falls jemand schon Angst hatte, sich hier durch ellenlange Vereinschroniken … Weiterlesen kaum schwere Zeiten durchschreiten musste. Der bitterste Moment war sicherlich der Nicht-Aufstieg 2020, als Fabian Schleusener dem Club in der 95. Minute das benötigte Auswärtstor besorgte. Welcher Verein hat schon einen Nicht-Aufstieg als tragischsten Moment in der Historie?[7]Außer uns, natürlich 😉 – wobei, die Leidensfähigkeit der Fans wurde bei der Fast-Insolvenz oder dem Abstieg in die Sechstklassigkeit dann doch noch etwas mehr strapaziert

Der Verein hat in Deutschland – abgesehen von den „großen“ Klubs, die schon immer oben waren – wohl exklusiv für sich, dass er nie tiefer als in der 4. Liga spielen musste. Und auch die Bilanz in der 3. Liga liest sich eben wie bei einem Verein, der das nötige Kleingeld in der Hinterhand hat: Bislang dreimal ging Ingolstadt dort an den Start und jedes Mal stand am Ende zumindest die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation. Bis auf das oben genannte Beispiel[8]Ich jubele noch immer, wenn ich an diesen Moment denke. klappte es dann auch immer mit dem Aufstieg.

Speziell für uns hat das Auswärtsspiel in Ingolstadt natürlich den Charme, dass wir direkt im ersten Spiel eine Fahrt auf Regionalliga-Niveau antreten können. Ich hoffe dementsprechend auch auf einen schönen Auswärtsmob – wenn es dann endlich so weit ist!

Wen man aus dem Kader kennt

[9]Die Überschrift müsste eher lauten: Wen ich aus dem Kader kenne. Das ist keine detaillierte Kaderanalyse

Tatsächlich sagen mir die Spieler aus dem Team weniger, als ich bei einem Zweitliga-Absteiger erwartet hätte. Das liegt sicherlich auch daran, dass etliche Spieler den Verein verlassen haben, so zum Beispiel auch Kapitän Stefan Kutschke, Marc Stendera oder Maximilian Beister, von denen man als grundsätzlich Bundesliga-Interessierter schon was gehört hat

Unter den bisherigen Neuzugängen[10]da kommt aber ja sicherlich auch noch einiges sticht Pascal Testroet heraus, der in der abgelaufenen Saison zehnmal für Sandhausen in der 2. Bundesliga traf und auch schon gut Drittliga-Erfahrung auf dem Buckel hat.

Übrigens: Hans Nunoo Sarpei ist der Neffe des „echten“ Hans Sarpei, Valmir Sulejmani hingegen hat nichts mit Shpetim zu tun, der 2018/19 für uns auflief[11]Und dabei auch gegen den FCI II traf, damit schließt sich hier Schorschla-mäßig der Kreis 😉.

Zwei bekannte Gesichter gibt es auf Funktionsebene: Trainer ist Rüdiger Rehm[12]Erstaunlich ist, dass in der 18-jährigen Vereinsgeschichte inklusive Interimscoaches 20 Mal (!) der Trainer gewechselt wurde. So viel zum Thema „Kleingeld“ …, Geschäftsführer ist der langjährige HSV-Manager Didi Beiersdorfer.

Bisherige Duelle gegen die Altstadt

Zur Statistik des Altstadt-Kult

Wie man anhand des Ligenverlaufs schon erahnen kann[13]Als Ingolstadt in die Regionalliga aufstieg, ging es für uns bekanntermaßen aus wirtschaftlichen Gründen wieder nach unten, kam es nur zu zwei Aufeinandertreffen zwischen der Altstadt und den „Schanzern“.

Kurz und knapp: Ingolstadt gewann beide Male. Beim Rückspiel war ich im zarten Alter von zwölf Jahren sogar dabei, und ich erinnere mich noch gut an unseren Führungstor nach nur zwei Minuten. Supportmäßig waren wir deutlich überlegener als auf dem Platz – es war wirklich ein Armutszeugnis, was die Sportstadt Ingolstadt im ersten Flutlichtspiel der Stadtgeschichte, wenn ich mich recht erinnere, da aufbot. Ca. fünf aktive Supporter auf der Gegenseite gab es unter den 1.400 Zuschauern, dazu vermutlich genauso viele Kuhglocken. Das Spiel ging 1:3 verloren[14]Das Schorschla flüstert mir gerade ins Ohr, dass Eichstätt-Trainer Markus Mattes für Ingolstadt spielte und sogar ein Tor schoss und ich fand es schon da seltsam, dass ein Verein, der gerade erst ein Jahr zuvor gegründet worden war, schon einen Spitznamen hat. Das Phänomen „Retortenklub“ wurde mir an jenem 8. April 2005 vor Augen geführt.

Mal sehen, was sich in den vergangenen 17 Jahren getan hat. Ich freue mich aufs Spiel!

Fußnoten

Fußnoten
1 Bei der Umfrage von Liga3-Online landet der FCI abgeschlagen auf dem letzten Platz, mit gerade einmal zwei Prozent.
2 Und genau um so was kundzutun, schreibe ich ja diesen Blog
3 Ein klassischer Fußballbau der Moderne. Hat für das erste Auswärtsspiel der Saison aber sicherlich was!
4 Übrigens mit Martin Driller, der in der Winterpause von der Altstadt dorthin wechselte
5 Audi hält Anteile an der Spielbetriebs-GmbH, ist Eigentümer des Stadions und sponsert den Nachwuchs. Auf der Brust ist die Automobil-Marke allerdings seit 2015 nicht mehr zu sehen, nur noch auf dem Ärmel. Damit wollen die Verantwortlichen wohl dem Image entgegenwirken, dass der FCI bei den meisten Fußballfans in der Nation innehat: nämlich ein Werksklub zu sein.
6 Ich werde es natürlich bei den anderen Gegnern nicht schaffen, die gesamte Vereinshistorie zu beleuchten – nur falls jemand schon Angst hatte, sich hier durch ellenlange Vereinschroniken wälzen zu müssen
7 Außer uns, natürlich 😉 – wobei, die Leidensfähigkeit der Fans wurde bei der Fast-Insolvenz oder dem Abstieg in die Sechstklassigkeit dann doch noch etwas mehr strapaziert
8 Ich jubele noch immer, wenn ich an diesen Moment denke.
9 Die Überschrift müsste eher lauten: Wen ich aus dem Kader kenne. Das ist keine detaillierte Kaderanalyse
10 da kommt aber ja sicherlich auch noch einiges
11 Und dabei auch gegen den FCI II traf, damit schließt sich hier Schorschla-mäßig der Kreis 😉
12 Erstaunlich ist, dass in der 18-jährigen Vereinsgeschichte inklusive Interimscoaches 20 Mal (!) der Trainer gewechselt wurde. So viel zum Thema „Kleingeld“ …
13 Als Ingolstadt in die Regionalliga aufstieg, ging es für uns bekanntermaßen aus wirtschaftlichen Gründen wieder nach unten
14 Das Schorschla flüstert mir gerade ins Ohr, dass Eichstätt-Trainer Markus Mattes für Ingolstadt spielte und sogar ein Tor schoss

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