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2023/24 Spieltagebuch

Spieltagebuch (2): Willkommen in der Regionalliga (mit Bildern)

„Liebe Zuschauer, bitte beachtet Tempo 30 und Rechts vor Links, wenn ihr vom Sportgelände in die Huthgarten-Straße fahrt“.

Regionalliga Bayern, wie hast du mir gefehlt.[1]Die Durchsage kam vom Stadionsprecher nach dem Schlusspfiff.

Ja, es war mal wieder ein typischer Regionalliga-Ausflug. Landstraße, Dorfplatz[2]Immerhin: Der Gästeblock war ganz nett., ein motivierter Gegner, der uns den Schneid abkauft, und eine zeitweise sehr behäbige Altstadt. Und am Ende keine Punkte.[3]Das wiederum hatte es ja lange nicht gegeben. Bis auf das Auswärtsspiel in Buchbach hatte die Altstadt 2021/22 auswärts nicht verloren.

2:1 verloren, streckenweise erschreckend schwach (1. Halbzeit!), die zarte Euphorie nach dem Auftaktsieg erst einmal dahin.

Was fangen wir damit jetzt an?

Beginnen wir erst mal mit einer ganz nüchternen Einordnung:

  • Wir haben in Vilzing gespielt, das am ersten Spieltag in Nürnberg 5:3 gewonnen hat und womöglich wie vergangenes Jahr einen Top-Saisonstart hinlegt.
  • Wir haben noch keine eingespielte Truppe, im Gegensatz zu Vilzing natürlich, das uns in der ersten Hälfte ordentlich unter Druck gesetzt hat.
  • Dabei haben wir gemerkt: Unter Druck funktioniert unsere Mannschaft bislang noch nicht so wirklich gut.
  • Wir sind vermutlich nicht die erste Mannschaft, die in so einer Konstellation unterliegt, und auch in der Altstädter Historie gab es das schon oft genug, dass wir zu Saisonbeginn einen herben Dämpfer erleben mussten, obwohl es später eine gute bis sehr gute Saison wurde.[4]Ein paar Beispiele aus dem Kopf: 2007 0:0 in Heimstetten und 3:4 bei Unterhaching II verloren, am Ende souveräner Meister; 2008 1:4 in Buchbach verloren, bis zum Insolvenzantrag oben dabei gewesen; … Weiterlesen
  • Bis zur Verletzung von Torschütze Fenninger (Gute Besserung!) hat das eigentlich ganz gut ausgesehen. Dummerweise war das halt schon nach 15 Minuten. Zu dem Zeitpunkt führten wir 1:0, ließen den Ball abgeklärt laufen, hatten zwar keine wirklichen Chancen, aber durchaus ein Übergewicht.

Das alles soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach Fennis Verletzung und bis zur Pause Vilzing brutal am Drücker war, wir brutal schlecht spielten und uns brutal dämlichen Fehler unterliefen (bspw. vor dem 1:2). Verdienter Rückstand zur Pause. Stimmung auf dem Nullpunkt.

Doch auch wenn der Frust natürlich auch nach 90 Minuten noch anhielt bzw. mit jeder Minute in Rückstand kontinuierlich anstieg: Die zweite Hälfte war nicht wirklich schlecht. Bis auf die dicke Chance, die Vilzing nach Wiederanpfiff hatte, ließ man kaum noch etwas zu, auf der anderen Seite hatten wir dann doch noch die eine oder andere (dicke) Chance. Am Ende wäre ein Remis vermutlich das gerechte Ergebnis gewesen.

Trotzdem nochmal: Es war kein gutes Spiel. Man hat deutlich gesehen, dass in einigen, wenn nicht allen Bereichen noch viel Luft nach oben ist. Die Niederlage ging absolut in Ordnung und das, was die Mannschaft insbesondere in der ersten Hälfte gezeigt hat, kann nicht ihr Anspruch sein.

Ich glaube aber anders als viele Facebook-Kommentatoren nicht, dass wir das Spiel verloren haben, weil wir Ziereis haben gehen lassen. Falls es jemand vergessen hat: Ziereis war kein Stürmer, der sich selbst mit seiner begnadeten Technik massenweise Chancen kreiert hat, sondern er ist ein Vollblutstürmer, der einfach sehr oft sehr richtig stand und dann seine Dinger gemacht hat. Viele solcher Situationen hatten wir in Vilzing nicht, um genau zu sein hatten wir eine einzige – und bei der hat Fenni das 1:0 gemacht.

Anstatt ehemaligen Leistungsträgern nachzutrauern, wünsche ich, dass sich Fenni nicht schwerer verletzt hat, vertraue ich auf die Kompetenz der sportlichen Leitung und erfreue mich an den tollen Ansätzen, die beispielsweise der eingewechselte Daniel Haubner in seinen 20 Minuten auf dem Platz gezeigt hat.

In Vilzing war’s nur Tempo 30. Nächsten Samstag gegen Memmingen gerne wieder 100.


Das Emoji zum Spiel

🤔

Nach dem insgesamt positiven Auftakt – bei dem natürlich auch Vieles noch nicht gepasst hat – ein herber Dämpfer, nach dem wir endgültig in der Regionalliga-Realität angekommen sind. Das stimmt schon nachdenklich, aber nach zwei Spielen bin ich noch weit davon entfernt, alles in Frage zu stellen. Nachdenklich bin ich aber natürlich trotzdem.

Das nehmen wir mit

Das Positive für mich: Nach der wirklich sehr, sehr schlechten Phase ab der 15. Minute bis zum Halbzeitpfiff hat sich die Mannschaft stabilisiert und hätte sich in der zweiten Hälfte den Ausgleich verdient gehabt. Die Spieler, die von der Bank kamen, haben Schwung reingebracht, bspw. hat mich Pirner positiv überrascht. Und bei Haubner hat man sowieso sehen können, dass er einen feinen linken Fuß hat und einfach weiß, was er mit dem Ball anfangen muss. Ich freue mich schon darauf, wenn er – hoffentlich am Freitag gegen Memmingen – von Anfang an spielen darf.


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Keine Sorge, ich werde hier weiter mal in regelmäßigen, mal in unregelmäßigen Abständen meine Gedanken zur Altstadt teilen. Aber es macht natürlich mehr Spaß, wenn ich mir davon vielleicht das eine oder andere Stadionbier finanzieren kann. ? Und vielleicht steigt dann ja auch meine Motivation, auch mal ein Interview oder Ähnliches hier zu verfassen.

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Ach ja, die Anzahl der Auswärtsfahrer war auch sehr positiv. 150 bis 200 Bayreuther bei zwei Stunden Anreise in ein Kaff, so was hatten wir in der Regionalliga schon lange nicht mehr!

Das darf gerne besser werden

Zu viel, um es hier aufzuzählen. Aber das gehört zu einem Entwicklungsprozess auch dazu. Denn falls es jemand vergessen hat: Wir haben keine „Millionentruppe“ zusammengestellt, die die Liga vom ersten Spieltag an in Grund und Boden spielen soll – auch wenn das natürlich schön gewesen wäre -, sondern die sich entwickeln soll. Vielleicht kann man manche Unzulänglichkeit direkt ausmerzen und es sieht am Freitag gegen Memmingen schon besser aus.

Auf geht’s, Oldschdod!

Fußnoten

Fußnoten
1 Die Durchsage kam vom Stadionsprecher nach dem Schlusspfiff.
2 Immerhin: Der Gästeblock war ganz nett.
3 Das wiederum hatte es ja lange nicht gegeben. Bis auf das Auswärtsspiel in Buchbach hatte die Altstadt 2021/22 auswärts nicht verloren.
4 Ein paar Beispiele aus dem Kopf: 2007 0:0 in Heimstetten und 3:4 bei Unterhaching II verloren, am Ende souveräner Meister; 2008 1:4 in Buchbach verloren, bis zum Insolvenzantrag oben dabei gewesen; 2013 0:3 in Frohnlach verloren, am Ende souveräner Meister; 2019 0:4 in Aschaffenburg und 1:3 gegen Garching, nach der Hinrunde Zweiter

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